Schnappfinger (Tendovaginitis Stenosans)

Der Begriff schnellender oder schnappender Finger/Daumen (Tendovaginitis Stenosans) bezeichnet eine Erkrankung der Finger- oder Daumenbeugesehnen. Es kommt zu einer lokalisierten, knötchenartigen Verdickung der Beugesehne. Diese Verdickung verursacht Schmerzen und/oder ein Schnappen des betroffenen Fingers/Daumens. Es kann sogar mehr als ein Finger gleichzeitig betroffen sein. Zudem ist es möglich, dass über mehrere Jahre immer wieder andere Finger betroffen sind, muss aber nicht zwangsmäßig der Fall sein. Bei den meisten Patienten lässt sich keine konkrete Ursache feststellen.


Symptome

Druckschmerzen in der Hohlhand an der Basis des betroffenen Fingers. Bei Streckung des betroffenen Fingers/Daumens kommt es zu einem ruckartigen Schnellen oder Schnappen, welches meistens sehr schmerzhaft ist. Dieses Schnappen ist oft morgens am stärksten ausgeprägt und nimmt im Laufe des Tages etwas ab. Bei einem sehr ausgeprägten Krankheitsverlauf kann es dazu kommen, dass eine volle Streckung des Fingers/Daumens nicht mehr möglich ist. 

klick auf Bild = vergrößern

Bei Beugung des Fingers schlüpft der Sehnenknoten aus der Sehnenscheide ohne weiteres heraus (A und B). 
Bei Streckung des Fingers jedoch verfängt sich der Sehnenknoten an der Öffnung der Sehnenscheide und schnappt zurück in die Scheide. Dieses verursacht Schmerzen und führ zu einer lokalen Entzündung (C).

 

Diagnose

Die Diagnose ist, aufgrund der typischen Beschwerden, generell sehr einfach zu erstellen.
Druckschmerzen an der Basis des Fingers/Daumens und das typische Schnappen erlauben dem Arzt die Diagnose sicherzustellen.

 

 

Therapie

Konservativ

Wenn die Beschwerden noch sehr gering ausgeprägt sind, können entzündungshemmende Tabletten eingenommen werden. Erfahrungsgemäß helfen diese aber nur sehr kurzfristig.

Operativ

Bei einem operativen Eingriff geht es darum die Öffnung der Sehnenscheide in der Hohlhand einzuschneiden, damit eine größere Öffnung entsteht. Dadurch kann die Sehne mitsamt ihrem Knötchen in beide Richtungen (das heißt in Flexion und Extension) ohne weiteres in der Sehnenscheide ein- und ausgleiten.

 

files/template/opspektrum/Schnappfinger4.jpg 

Die Operation wird ambulant durchgeführt. Eine örtliche Betäubung reicht bei allen Patienten ohne weiteres aus. Eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Der Eingriff dauert ca. 10 Minuten.
Etwa 2 cm unterhalb des jeweiligen Fingers wird in der Hohlhand ein 1,5cm langer Quereinschnitt durchgeführt. Die Sehnenscheide wird dargestellt. Die Öffnung der Sehnenscheide wird auf etwa 1,5cm gespalten. Beugung und Streckung des Fingers werden durchgeführt um zu gewährleisten, dass hier kein weiteres Schnappen vorkommt.
Danach erfolgt eine Hautnaht mit einem Einzelstich. Anschließend werden ein Pflaster und ein Verband angelegt. Nach 10 Tagen erfolgt das Entfernen der Hautnaht.

 

Klick auf Bild = vergrößern

 

Postoperativ können herkömmliche Schmerzmittel eingenommen werden. Wobei dies meistens nur in den ersten 24 Stunden notwendig ist. Ich persönlich rate meinen Patienten immer eine Schmerztablette gleich nach der Operation einzunehmen, noch bevor die Betäubung nachlässt. So treten, wenn überhaupt, nur sehr geringe Schmerzen auf. Danach sollte die Schmerzmitteleinnahme nach Bedarf erfolgen. Zusätzlich sollte die Hand auf Brüsthöhe gehalten werden damit keine Schwellung entstehen kann.

 

 

Prognose

Der Heilungsverlauf erfolgt meistens sehr schnell. Der Finger kann, so wie die Schmerzen es zulassen, sofort wieder eingesetzt werden.

 

Eine Druckempfindlichkeit über der Operationsstelle wird aber noch mehrere Wochen bestehen. Allerdings werden die Beschwerden stetig abnehmen. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht in der Regel zwischen 10 und 20 Tagen lang.