Impingementsyndrom (Engpasssyndrom)

Ein Impingementsyndrom ( engl. Impingement = Einklemmung, Anstoß) ist ein Engpasssyndrom in der Schulter zwischen dem Oberarmknochen (Humerus) und dem Schulterdach (Acromion), das Schmerzen verursacht. Das Impingementsyndrom zählt zu den häufigsten Ursachen von Schulterschmerzen.

 

Der Begriff „Engpasssyndrom“ beschreibt den Grund für die Schmerzen: bei bestimmten Bewegungen verkleinert sich der Raum unter dem Schulterdach und reicht nicht mehr aus um ein reibungsloses Gleiten der Muskel- und Sehnenstrukturen zu gewährleisten. Die Sehne des Muskulus supraspinatus ist am häufigsten betroffen. Das Gewebe entzündet sich und es kann zu Verschleißerscheinungen und zu einer Ruptur der Sehne führen.

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Symptome

Das typische Symptom eines Impingementsyndroms sind Schulterschmerzen, die vor allem bei bestimmten Bewegungen in bestimmten Positionen auftreten, jedoch haben Patienten mit einem Impingementsyndrom auch sehr häufig nachts Schmerzen. Zudem können Patienten nachts nicht auf der betroffenen Schulter in Seitenlage schlafen. Der Bewegungsablauf für viele tägliche Vorgänge wird dadurch erheblich gestört. Schon das Anziehen eines Hemdes oder einer Jacke, sowie das Anlegen eines Sicherheitsgurtes im Auto können sehr schmerzhaft sein. Alle Bewegungsabläufe auf Schulterhöhe sind schmerzhaft. Hier macht sich oft der Schmerzhafte Bogen (engl. Painful arc) bemerkbar. Die Schmerzen beginnen bei seitlicher Bewegung des Arms mit etwa 60° und erst wenn der Arm fast senkrecht nach oben steht, verschwinden die Beschwerden wieder.

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Schmerzen strahlen auch sehr häufig in den Oberarm aus, jedoch selten weiter als bis zum Ellenbogen.

 

Diagnose

Das Impingementsyndrom wird durch die typische Anamnese und eine körperliche Untersuchung gesichert. Eine Reihe von klinischen Funktionstests, die die Diagnose sichern, stehen zur Verfügung.

Weitere Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgenuntersuchungen und MRT sind meist nicht notwendig um die Diagnose zu sicher, jedoch manchmal unumgänglich um andere Pathologien und Ursachen der Schmerzen auszuschließen.

 


Therapie

Konservativ

Entzündungshemmende Mittel und Schmerzmittel können in der akuten Phase eingenommen werden. Wegen der potentiellen Nebenwirkungen ist jedoch eine Dauertherapie mit solchen Medikamenten nicht sinnvoll.

 

Eine Injektion mit Cortison unter das Schulterdach gehört zur Standarttherapie. Wenn nach 3-maliger Injektion keine erhebliche Besserung eingetreten ist, macht es keinen Sinn mit dieser Therapieform fortzufahren, da auch hier die Nebenwirkungen berücksichtigt werden müssen.

 

Krankengymnastik und vor allem auch manuelle Therapie können eingesetzt werden um die gestörte Funktion der Schultermuskulatur wieder ins Lot zu bringen. Auch physikalische Therapie kann hier unterstützend eingesetzt werden. Wichtig ist, dass auch zu Hause Übungen in einem strickt vorgegebenem Schema durchgeführt werden.

 

Operativ

Wenn die konservativen Maßnahmen innerhalb von 3-6 Monaten keine erhebliche Besserung erzielt haben, macht es meist keinen Sinn weiter konservativ fortzufahren. Vor allem auch wenn die Lebensqualität durch die Schmerzen deutlich eingeschränkt ist, sollte ein operativer Eingriff ernsthaft in Erwägung gezogen werden. 

 

Das Hauptziel eines operativen Eingriffs ist die fordere Ecke des Schulterdachs räumlich zu erweitern, sodass es an dieser Stelle nicht mehr zu Einklemmungserscheinungen kommen kann. Dieses Verfahren nennt sich eine subacromiale Dekompression oder Acromioplastik. Sie wird in Vollnarkose durchgeführt, jedoch heutzutage nur noch Endoskopisch, was bedeutet, dass nur zwei kleine 1 cm lange Einschnitte nötig sind um einerseits die Stelle der Dekompression mittels Sonde und Kamera sehen zu können, und zum Zweiten um das Instrumentarium mit dem die Schulterdachecke glattgefräßt wird einzubringen. Wenn sich während der Endoskopie auch ein Rotatorenmanschettenriss darstellt kann dieser auch derzeit gut behandelt werden.

 

In der Nachbehandlung wird die operierte Schulter in einem Fertigverband ruhiggestellt, dem sogenannten Gilchristverband. Eine Schulterbewegungsschiene, für die die meisten Kassen die Kosten übernehmen, sollte 3 Wochen lang täglich eingesetzt werden. Hier wird der Arm von der motorisierten Schiene passiv geführt und die Beweglichkeit kann so fast ohne Schmerzen wiedergewonnen werden.
Ab der zweiten postoperativen Woche ist eine passive und aktive Physiotherapie auch indiziert. Zusätzlich sollte der Patient ein striktes Heimprogramm verfolgen um die Beweglichkeit nach und nach zu verbessern und um die Muskulatur aufzubauen.