Arthrosebehandlung mit Hyaluronsäure

Über 60% der Bevölkerung sind von Arthrosen betroffen. Das Kniegelenk ist eines der am häufigsten von degenerativen Veränderungen betroffenen Gelenke. Die überwiegenden Untersuchungen der Wirksamkeit von Hyaluronsäure-Injektionen (Ostenil) wurden bei Patienten mit Kniegelenksarthrose durchgeführt. Das hängt auch damit zusammen, dass das Kniegelenk im Gegensatz zu anderen Gelenken sehr leicht zu punktieren ist.

 

Die Hyaluronsäure ist im gesunden Gelenk Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt als Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen. Es ist dieser Wirkstoff, der bei Arthrosen in das Gelenk injiziert wird.

  

Wie funktioniert Hyaluronsäure

Hyaluronsäure besitzt die Fähigkeit, relativ zu ihrer Masse, sehr große Mengen an Wasser zu binden. Es verleiht daher der Gelenkflüssigkeit ihre Viskoelastizität und wirkt wie ein Schmiermittel und Stoßdämpfer. Dadurch verringert sich die Reibung der Gelenkoberflächen und diese lassen sich dann leichter bewegen. Daneben gibt es Belege für die antientzündliche und schmerzmindernde Wirkung der Hyaluronsäure. Hyaluronsäure wirkt auch wie ein Filter, der Nährstoffe zum Knorpel durchlässt, aber schädliche Stoffe herausfiltert. 

Letztendlich werden durch diese Eigenschaften die Knorpelzellen in den betroffenen Gelenken geschont und weiterer Verlust der Knorpelzellen wird dadurch erheblich gemindert.

 

Kniegelenksarthrose (Gonarthrose)

Injektionen mit Hyaluronsäure werden zum größten Teil in arthrotischen Kniegelenken durchgeführt. Das kommt daher, dass die Kniegelenke die mit am meisten betroffenen Gelenke bei den Arthrosen darstellen. Zusätzlich ist das Kniegelenk sehr einfach zu punktieren. Grundsätzlich jedoch kann eine solche Behandlung bei jedem arthrotischen Gelenk eingesetzt werden. Bei leichter bis mittelschwerer Arthrose ist eine Therapie mit Hyaluronsäure deutlich effektiver als bei endgradigen Arthrosen. Vor allem bei Kniegelenken sollte bei endgradigen Arthrosen eher eine operative Maßnahme in Betracht gezogen werden.

 

Bei entzündlichen Prozessen einer Arthrose sinkt die Konzentration der Hyaluronsäure in der Synovialflüssigkeit. Dadurch vermindert sich die Schutzfunktion und die Arthrose schreitet weiter fort, da mehr Knorpelzellen abgebaut werden. Studien belegen die Wirkung endogener Hyaluronsäure im Gelenk, sowie die Bedeutung eines gestörten Hyaluronsäure-Stoffwechsels für die Entstehung und Entwicklung einer Arthrose.

 

Durch die Injektion von Hyaluronsäure (Ostenil) wird die natürliche Balance zwischen Ab- und Aufbau wiederhergestellt und die Hyaluronsäure kann ihre Aufgaben im Gelenk fortan weiter wahrnehmen. Daher kommt es zu einem Rückgang der Schmerzen und einer Zunahme der Beweglichkeit.

 

Die Kombination intraartikulärer Injektionen von Hyaluronsäure mit anderen konservativen Maßnahmen kann die Ergebnisse deutlich verbessern. Dieses wird mit begleitenden physikalischen Maßnahmen erzielt.

 

Komplikationen

Eine schwerwiegende Komplikation intraartikulärer Injektionen ist die septische Arthritis. Das kann vorkommen, wenn Keime in das Kniegelenk verschleppt werden. Die Inzidenz liegt jedoch bei weit unter 0,01%, und hängt damit zusammen wie streng hygienische Maßnahmen eingehalten werden.

 

Zusammenfassung

Durch die Injektion von Hyaluronsäure (Ostenil) in degenerativ veränderte Gelenke lässt sich bei vielen Arthrosepatienten eine Verbesserung der Beschwerden erreichen. Dadurch kann bei vielen Patienten die Lebensqualität entscheidend verbessert werden. Schmerzen lassen nach und die Beweglichkeit verbessert sich.

 

Auch haben diese Injektionen zum Ziel, den weiteren Verschleiß der Gelenke zu verlangsamen, sodass umfassendere Maßnahmen, z.B. operative Eingriffe, später oder gar nicht eingesetzt werden müssen. Der durch Arthrose geschädigte Gelenkknorpel wird durch die schützende Hyaluronsäureschicht entlastet. Weiterer Knorpelverschleiß wird gestoppt oder verlangsamt.

 

Eine Umkehr der schon vorhandenden degenerativen Veränderungen jedoch können Hyaluronsäure Injektionen nicht bewirken.

 

Bei der ersten Behandlungsserie sollten 5 Injektionen jeweils in wöchentlichen Abständen stattfinden. Die Spritzenkur kann nach ca. 12-18 Monaten wiederholt werden, wobei dann nur 3 Injektionen notwendig sind.