Tendovaginitis Stenosans de Quervain

Es handelt sich um eine typische Sehnenscheidenentzündung, auch Tendovaginitis oder Tenosynovitis der Daumensehnen genannt. Betroffen ist die Sehnenscheide der Extensor Pollicis Brevis (EPB) und Abductor Pollicis Brevis (APL) Sehnen des Daumens. Bei Überlastung durch wiederholte Bewegungsabläufe kann sich das Gewebe entzünden, das die Sehne umhüllt. Es entsteht eine Sehnenscheidenentzündung.
Diese kann z. B. durch einen ungeeigneten Arbeitsplatz entstehen, vor allem bei intensiver Betätigung einer Computermaus oder der Tastatur. Auch durch andere dauerhafte monotone und gleichbleibende Bewegungen am Arbeitsplatz oder beim Sport kann eine Sehnenscheidenentzündung ausgelöst werden.

 

Symptome

Zunehmende Schmerzen an der Daumenseite des Handgelenks, die vor allem durch Bewegung intensiver auftreten. Es kann auch zu einem deutlich hörbaren und fühlbaren Knirschen (Crepitus) in der betroffenen Region kommen. Außerdem kann eine Schwellung auftreten. Auch eine Rötung oder Erwärmung kann entstehen.

 

Diagnose

Eine detaillierte Krankengeschichte muss vom Arzt hinterfragt werden. Diese ist meist schon sehr aufschlussreich.Druckempfindlichkeit an typischer Stelle, Schwellung und in manchen Fällen ein Crepitus (Knirschen) bei Bewegung des Daumens an der betroffen Stelle, erlauben meist eine klare Diagnose. Der Finkelsteintest ist meist positiv. Das Handgelenk wird passiv nach unten und vom Daumen weggebeugt, welches die Schmerzen intensiviert.

Finkelsteintest
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Therapie

Konservativ

Eine konservative Therapie reicht in den meisten Fällen aus. Im Anfangsstadium sind oft entzündungshemmende Medikamente und Kältepackungen adäquat um die Beschwerden zu lindern. Belastende Tätigkeiten, die die Symptome ausgelöst haben, sollten gemieden werden.

 

Eine Ruhigstellung des Handgelenks und des Daumens in einer vorgefertigten Schiene oder einer Gipsschiene kann auch erfolgen.

 

Sollten die Beschwerden durch diese Maßnahmen nicht abnehmen, ist eine Infiltration der Sehnenscheide mit einem Cortisonpräparat oft sehr wirksam.

 

Operativ

Wenn die Entzündung trotz intensiver konservativer Maßnahmen nicht adäquat zu therapieren ist, muss ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden.

 

Diese Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt. Eine örtliche Betäubung reicht bei fast allen Patienten aus. Eine Vollnarkose ist meistens nicht notwendig. Der Eingriff dauert etwa 10 Minuten.

 

Durch einen schrägen Quereinschnitt an der Daumenseite des Handgelenks wird die Sehnenscheide der betroffenen Sehnen identifiziert und in Längsrichtung gespalten. Dieses behebt die Einengung der betroffenen Sehnen.

 

Es wird eine Gipsschiene angelegt, wobei die Finger frei beweglich bleiben. Der Daumen wird allerdings teilweise mit eingeschlossen. Nach 10 Tagen erfolgt das Entfernen der Hautnähte.

 

Postoperativ können herkömmliche Schmerzmittel eingenommen werden. Wobei dies meistens nur in den ersten 24 Stunden notwendig ist. Ich persönlich rate meinen Patienten immer eine Schmerztablette gleich nach der Operation einzunehmen noch bevor die Betäubung nachlässt. So treten, wenn überhaupt, nur sehr geringe Schmerzen auf. Danach sollte die Schmerzmitteleinnahme nach Bedarf erfolgen. Zusätzlich sollte die Hand auf Brüsthöhe gehalten werden damit keine Schwellung entstehen kann. Die Arbeitsunfähigkeit dauert, vom Beruf abhängend, 2 bis 4 Wochen.

 

Prognose

Der Verlauf nach einer solchen Sehnenscheidenspaltung ist generell sehr gut. Es sollte aber darauf geachtet werden dass die Tätigkeiten, die die Entzündung ausgelöst haben, für einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen eingeschränkt bleiben.