Schultersteife

(Frozen Shoulder oder

Schultergelenkentzündung oder

Periarthritis humeroscapularis )

Der fachsprachliche Begriff für Frozen shoulder lautet Periarthritis humeroscapularis.
Dieses Wort wird abgeleitet von dem griechischen peri (um, herum), arthros (Gelenk) und richitis (Entzündung).
Eine Periarthritis ist eine schmerzhafte Entzündung von Weichteilen, Sehnen und Bändern in der Umgebung eines Gelenks. Die genaue Ursache für eine Schultergelenkentzündung mit einer Schultersteife ist häufig nicht zu finden. Dieses nennt man eine primäre Frozen shoulder. Als mögliche Auslöser für deren Entstehung gelten bestimmte Stoffwechselstörungen. Auch wenn die Schulter einem Zug ausgesetzt wird kann dieses eine Entzündung auslösen. In einer sekundären Frozen shoulder liegen Ursachen wie ein Rotatotorenmanschettenriss oder Ruptur, oder ein Impingementsydrom vor.

 

Symptome

Schulterschmerzen und eine Bewegungseinschränkung der Schulter sind die Hauptsymptome.
In der Anfangsphase treten akute Schmerzen in der Schulter auf. Die Schulter kann etwas angeschwollen und überwärmt sein. In der zweiten Phase lassen die Schmerzen etwas nach und eine Bewegungseinschränkung bis hin zu einer kompletten Schultersteife ist das Hauptsymptom. In der dritten Phase geht die Schultersteife zurück. Dieses kann Wochen oder Monate dauern.

 

Diagnose

Die Diagnose ist in den meisten Fällen mit einer Anamnese und einer klinischen Untersuchung leicht zu stellen. Die Patienten klagen über starke Schmerzen in der Schulter, vor allem nachts. Sie klagen über eine meist deutliche, schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Druckschmerzen rundum die Schulter und über der langen Bizepssehne sind oft auszulösen. Es besteht ein deutlich reduziertes Bewegungsausmaß bis hin zur völligen Steife der Schulter.

Eine Röntgenuntersuchung sollte stattfinden um zu eruieren, ob eine Verkalkung in der Supraspinatussehne zu sehen ist, oder ob andere Unregelmäßigkeiten in der Schulter bestehen. Wenn ein Zweifel an der Diagnose besteht, oder eine Operation zur Behandlung der Schultersteife notwendig scheint, sollte ein MRT durchgeführt werden, um die Weichteile besser darstellen und definieren zu können.

 

Therapie

In den meisten Fällen ist die Therapie bei einer primären Schultersteife konservativ. Medikamentöse Therapien mit entzündungshemmenden Medikamenten sind häufig notwendig, um die starken Schmerzen zu reduzieren. Auch eine Injektion in den entzündeten Schleimbeutel mit Cortison kommt oft zur Anwendung.
Bei einer Schultersteife mit deutlich reduziertem Bewegungsausmaß der Schulter sind die Krankengymnastik und die Manuelle Therapie wichtig, um die Bewegungsfreiheit wieder zu gewährleisten.
Strahlentherapie oder Akupunktur können eingesetzt werden, wobei diese häufig nur zusätzlich zu Medikamenten und der Physiotherapie zur Anwendung kommen.
Operative Eingriffe sind selten bei primärer Schultersteife notwendig. Sollte jedoch die Schultersteife sekundär von einem Impingement oder Rotatorenmanschettenläsion ausgelöst worden sein, müssen diese entsprechend behandelt werden.

 

Prognose

Selbst ohne Therapie bilden sich die Beschwerden einer primären Frozen shoulder über mehrere Monate zurück. Mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie, entzündungshemmenden Mitteln und Cortisoninfiltrationen können Symptome, vor allem wenn sie sehr früh eingesetzt werden, auch sehr viel schneller reduziert werden. Es ist sogar wichtig, dass die oben genannten Therapien bald eingesetzt werden, um zu verhindern, dass die Schultergelenksentzündung einen chronischen Verlauf nimmt.